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David Simons Thriller schildert ein Jahr auf den mörderischen Straßen Baltimores
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HOMICIDE

„Das Beste Buch, das je ein amerikanischer Autor über eine Mordkomission geschrieben hat“ Norman Mailer

Anne Haeming schreibt im Spiegel:
Man riecht in dem wuchtigen Werk den Schweiß nach einer 24-Stunden-Schicht, sieht den Schmutz in den Wohnungen, das geronnene Blut an der Einschussstelle. Wenn Simon Tatorte beschreibt, genau erzählt, wie ein Bein des Opfers angewinkelt ist, der Kopf zur Seite gewendet, die eine Sandale einige Meter entfernt liegt, wenn er die Dialoge von Verhören oder kollegialen Spötteleien wiedergibt, wenn er 15 Seiten lang die Arbeit der Rechtsmedizin aufdröselt, dann spürt man die wohltuende Ernsthaftigkeit, mit der er versucht, sich der Wahrheit zu nähern. Durch epische Breite. Für Simon sind seine TV-Serien denn auch " soziologische Projekte", und man merkt ihnen an, dass er Journalist war. Seine Werke spiegeln den Zustand eines Imperiums. Sie zeigen, wie das Empire USA zerbröckelt, wie die Polizei an die Grenze ihrer Möglichkeiten gerät, wie Kommunalpolitik, Schulen und Medien nur auf ihr eigenes Wohl bedacht agieren, wie Drogen und Verbrechen den Alltag bestimmen, gesellschaftlicher Zusammenhalt verschwunden ist. So war auch "The Wire" aufgebaut. Am Ende entstand am Beispiel Baltimores ein Bild vom urbanen Amerika, ohne Happy End. ... Dass David Simon weder Misanthrop noch Pessimist ist, ist schon in "Homicide" nicht zu überlesen. Wer den Kommissaren von einem Tatort zum nächsten folgt, mag auf den ersten Blick nur bemerken, dass sie ihre Aufklärungsquote im Blick haben, Verdächtige mit billigen Tricks vorführen, rassistische Sprüche machen. Doch all das tritt zurück hinter ihren humanistischen Impuls: Einem Menschen wurde das Leben genommen - der Täter muss gefasst werden, unter allen Umständen. Der Gedanke, dass Drogen legalisiert werden müssten, um Beschaffungskriminalität zu minimieren, scheint vielen naheliegend. Dass ihr aufreibender Kampf für das Leben, für die Opfer so bedingungslos ist, stimmt hoffnungsvoll. Man wüsste gerne, ob das heute noch gilt. Simon müsste noch einmal ran. Zuzutrauen wäre es ihm, besessen wie er ist.
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